Ich habe eine ziemliche Leidenschaft, die nicht nur Geld kostet, sondern auch noch meistens ein ganzes Wochenende. Ich gehe sehr, sehr, sehr gerne auf Flohmärkte. Ich mag es einfach in aller Herr Gotts Frühe an einem Samstag oder Sonntag aufzustehen und einen Kaffee zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen, dann Kleingeld einzupacken, welches ich über die Woche gesammelt haben und einen regenfeste Jacke und Hose an und los geht es. Meistens suche ich mir schon in der Woche den Flohmarkt aus, den ich besuchen werden. Da kommen auch schon einmal 100 Kilometer zusammen. Mit Hin- und Rückfahrt. Aber was soll es. Es ist halt meine Leidenschaft.
Am letzten Wochenende war es wieder einmal soweit. Ich fuhr sehr früh, genauer gesagt, um 5.00 Uhr morgens los und erreichte den Flohmarkt bei gemütlicher Fahrweise und klassischer Musik des Deutschlandfunks nach 90 Minuten. Dort angekommen herrschte schon das anfängliche Treiben auf einem Flohmarkt, welches ich so liebe. Händler bauen noch auf. Es riecht nach frischem Kaffee und natürlich nach Benzin der Wagen und Lieferfahrzeuge, die Ihre Wagen auf den Flohmarkt bringen. Bei einer kleinen Pfeife und einem Kaffee von einem der Stände schaue ich mir dann eine gute Stunde das Treiben des Flohmarktes an, bevor ich selbst losgehe und meinen ersten Rundgang mache. Der erste Rundgang ist immer so eine Art Einkreisung. Was gibt es. Was wird angeboten. Wie ist die Qualität des Flohmarktes. Um diese Zeit sind schon immer die Experten unterwegs. Die wahren Schnäppchenjäger, die keine Wurfsendungen der großen Discounter benötigen. Jetzt sind Sie mit ihren Taschenlampen am Wühlen. Schauen nach, ob das Blechspielzeug, die Schallplatte oder die technischen Geräte aus dem letzten Jahrhundert wirklich was wert sind.
Das schaue ich mir gerne an. Ich habe ein bisschen Kenntniss von dies und das. Porzellan, Platten, Spielzeug oder die eine oder andere Sonderbarkeit wie Kästchen etc. Das macht eine riesige Freude und meine Wohnung sieht schon dementsprechend aus.

Casio VL Tone Flohmarkt Traugott
Bei meinem zweiten Rundgang entdecke ich ein altes kleines Casio Keyboard. Sicherlich ist es dem einen oder anderem bekannt. Trio, die Band aus Ostfriesland, erreicht damit Weltruhm. “Da!Da!Da!” vielleicht erinnern sie sich. Der Händler hatte mehrere alte Keyboards von Casio aber auch die furchtbaren Bontempi Orgeln an seinem Stand auf dem Flohmarkt zu bieten. Ich spielte ein wenig darauf rum. Eine Batterie war nicht vorhanden. Aber ansonsten schien es gut in Form zu sein. Und so begannen die Verhandlungen. Ich wollte nen fünfer ausgeben. Er wollte zehn. Wir wogten mit unseren Geboten hin und her wie ein Papierschiffchen in einem Bach. Schließlich endete das Ganze bei einem Preis von 7,50 Euro. Ich war froh. Nahm das Casio Keyboard mit nach Hause und stellte nach dem Einlegen von Batterien fest, dass es funktioniert. Da! Da! Da! Ein herrlicher Spaß.